Der Marxismus und die Nation

Im Gegensatz zu rechten und rechtsextremen Kreisen sieht der Marxismus im Begriff der Nation keine biologische “Blutsverwandtschaft” oder “Schicksalsgemeinschaft”. Vielmehr wird die Nation als eine geschichtlich entstandene Gemeinschaft von Sprache, Territorium und Wirtschaftsleben verstanden. Die verschiedenen Nationen dieser Welt werden dabei nicht gegeneinander ausgespielt, sondern allesamt als gleichwertig angesehen. Die marxistische politische Arbeit findet dennoch zwangsläufig dort statt, wo man selbst lebt: in der Heimatsnation.

Diese ,Heimat’ ist nicht nur ein bestimmter Ort auf der Erde, sondern umfasst vielmehr alle Menschen, die an diesem Ort neben- und miteinander leben, und damit auch eine gemeinsame politische Existenz begründen - in der Arbeit, der Schule, der Nachbarschaft, denselben Supermärkten, denselben öffentlichen Verkehrsmitten und Straßen, derselben Stadt oder Ortschaft, demselben Bundesland und letzlich derselben nationalen Grenze.

Für Marxist:innen ist die Nation demnach nicht exklusiv oder ausgrenzend gegenüber Minderheiten, sondern umfasst alle Arbeiter:innen, die in einem Land leben. Die Arbeiterschaft eines Landes muss sich laut Marx im “Manifest der Kommunistischen Partei” erst zur “nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren”, um dann die soziale Befreiung durchzuführen.

Dazu gilt es, den Ausverkauf der Neutralität zu beenden und somit die Unabhängigkeit zu bewahren. Die nationale Souveränität ist im ersten Schritt essenziell, um sich im zweiten Schritt von der herrschenden Klasse im eigenen Land befreien zu können. Der Kampf für bessere Lebensbedingungen im eigenen Land und der Kampf für globale Gerechtigkeit widersprechen sich keineswegs. Selbstverständlich sieht der Marxismus es als sein Ziel an, den gesamten Planeten von Unterdrückung und Ausbeutung zu befreien - der Ausgangspunkt dafür liegt aber im eigenen Land, den eigenen nationalen Grenzen.

Verleugnet man die Existenz von Nationen - so wird das Ziel mit der Wirklichkeit verwechselt. Sieht man sie als ein “genetischer” Einheitsbrei, der von “ausländischen Einflüssen reingehalten” werden soll, so führt das zu Ungerechtigkeit und Terror. Wir wollen einen anderen Weg gehen: Wir wollen ein besseres Leben für die Menschen im eigenen Land erkämpfen, um damit der Bekämpfung der Ungerechtigkeiten der ganzen Welt insgesamt einen Schritt näher zu gelangen. Dazu zählt auch der Kampf um die Neutralität, denn…

Ihre NATO? Unser Österreich!

…sobald Österreich kein neutrales Land mehr ist, wie es sich manche Besucher des Opernballs vielleicht wünschen, würde sich unsere Regierung offen an den Kriegen der Vereinigten Staaten und NATO beteiligen. Ob in Palästina, der Ukraine oder Venezuela, überall sehen wir, dass die USA und ihre Verbündeten vor Gräueltaten nicht zurückschrecken, um ihre Profite zu steigern.

Auch dieses Jahr findet am 12. Februar die Opernballdemo statt. Komm vorbei und kämpfe mit uns!