Machtdemonstration und Warnung
Dwight D. Eisenhower, späterer US-Präsident und zur Zeit der Atombombenabwürfe der vielleicht hochrangigste Befehlshaber der US-Streitkräfte, sagte Jahre nach Hiroschima und Nagasaki: “Ich war aus zwei Gründen dagegen: Erstens waren die Japaner:innen bereit, sich zu ergeben, und es war nicht notwendig, sie mit diesem schrecklichen Ding anzugreifen. Zweitens konnte ich es nicht ertragen, dass unser Land als erstes eine solche Waffe einsetzte.”
Eisenhower war scheinbar auch nicht der einzige Befehlshaber der US-Streitkräfte, der die Ansicht teilte, dass der Einsatz der Atombombe in keiner Relation stehen würde. Auch Flottenadmiral William D. Leahy (der Stabschef des damaligen US-Präsidenten Harry Truman) schrieb dazu beispielsweise: “Meiner Meinung nach hat der Einsatz dieser barbarischen Waffe in Hiroshima und Nagasaki keinen wesentlichen Beitrag zu unserem Krieg gegen Japan geleistet. Die Japaner:innen waren aufgrund der wirksamen Seeblockade und der erfolgreichen Bombardierung mit konventionellen Waffen bereits besiegt und bereit, sich zu ergeben.”
Die wahren Gründe dass die Atombomben abgeworfen wurden, obwohl sie keinen signifikanten Beitrag zum Kriegsende leisteten, liegen wohl eher in den geopolitischen Überlegungen der Truman-Regierung: Für die USA war schon vor Kriegsende klar, dass der nächste Konflikt jener gegen die Sowjetunion sein würde - daher galt es einerseits Japan sofort zu Fall zu bringen, um eine sowjetische Invasion Japans schon vorab zunichte zu machen, und andererseits auch gleich ein Exempel zu statuieren, dass man bereit ist diese barbarische Waffe zu nutzen.
In Gedenken an die Opfer
Dass es sich wohl wirklich um eine reine Warnung gegenüber der Sowjetunion handelte, spiegelt sich auch in den Opferzahlen dieses barbarischen Verbrechens wieder: Alleine in Hiroschima starben bis zu 166.000 Menschen, davon waren allerdings etwa 94% Zivilist:innen - nur rund 6% waren Soldaten der japanischen Streitkräfte. In Nagasaki starben weitere 80.000 Menschen, hier waren es eigentlich (mit Ausnahme von 150 Soldaten) ausschließlich Zivilist:innen, die Opfer der USA wurden.
Als KJÖ bleiben uns an diesem 80. Gedenktag einige historische Aufgaben, besonders in Zeiten von immer größerer Kriegsgefahr: Kampf für Frieden und Neutralität; Gedenken an die Opfer; Aufklärungsarbeit über den US-Imperialismus und darüber, dass er bereit ist wirklich jedes Mittel zur Sicherung seiner eigenen Macht und des kapitalistischen Systems einzusetzen.
Abschließend lassen sich nur mehr die Worte des Österreichischen Friedensrates an den Oberbürgermeister von Hiroschima, anlässlich des 10. Gedenktages, teilen, die auch heute noch aktuell sind:
“Die friedliebenden Menschen unseres Landes gedenken in diesen Tagen der Opfer und der schwergeprüften Stadt Hiroschima. Dieser 6. August wird allen Menschen eine ewige Mahnung sein, einen neuen Krieg zu verhindern und sich mit ganzer Kraft für die friedliche Verwendung der Atomenergie einzusetzen.” (Quelle: Freies Burgenland, Jg. 11/Nr. 33/S.5)



